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Gewerbeabfall 2026 – kommunal vs. privat im Vergleich.

Wer für ein Unternehmen, eine Hausverwaltung oder ein Portfolio Angebote für Gewerbeabfall einholt, bekommt zwei Welten präsentiert: die kommunale Gebührensatzung und den privatwirtschaftlichen Preisspiegel. Diese Seite zeigt für 2026, wo die Unterschiede liegen, wo Sie nichts drehen können und wo 15 bis 40 Prozent Spielraum liegen.

Grundregel

Welche Fraktionen sind kommunal, welche privat?

Kommunale Pflicht (nicht verhandelbar)

Restmüll aus Wohngebäuden läuft zwingend über die kommunale Abfallwirtschaft. Für gewerblich genutzte Objekte ist eine kommunale Mindestrestmüll-Tonne meist ebenfalls Pflicht (siehe § 17 KrWG i. V. m. der jeweiligen Abfallsatzung). Höhe der Gebühr: satzungsbasiert.

Papier ist in vielen Kommunen (Hamburg, LK Harburg, LK Lüneburg) über die kommunale Blaue Tonne kostenfrei. Altglas läuft über kommunale Containerstandorte – ebenfalls kostenfrei für den Erzeuger.

Privatwirtschaftlich frei wählbar

Gemischter Gewerbeabfall (AVV 20 03 01), PPK aus Betriebsanfall, Verpackungen, Kunststoffe, Holz, Metalle, Bauabfälle (BauStellV), Speisereste (AVV 20 01 08), Altfett (AVV 20 01 25), gefährliche Abfälle unter Auflagen.

Hier greift der Wettbewerb. Große Entsorger kalkulieren nach Volumen, Tourenplan und Verwertungserlös. Wer Verhandlungsmacht bündelt, holt 15 – 40 Prozent unter dem Standard-Listenpreis heraus.

Referenzpreise 2026

Kommunale Gebühren im Norden auf einen Blick.

Region Restmüll 1.100 l 14-täglich Restmüll 1.100 l wöchentlich PPK Blaue Tonne
LK Harburg (AWH) 2.124,50 € / Jahr 4.459,00 € / Jahr 0 € (kommunal)
Hamburg (Stadtreinigung) ca. 1.720 € / Jahr ca. 3.440 € / Jahr 0 € (kommunal)
LK Lüneburg (GfA) ca. 1.980 € / Jahr ca. 3.960 € / Jahr 0 € (kommunal)
LK Stade (AWB) ca. 2.050 € / Jahr ca. 4.100 € / Jahr 0 € (kommunal)

Referenzwerte aus den 2026er Gebührensatzungen bzw. den zuletzt veröffentlichten Preistafeln. Aktuelle Beträge entnehmen Sie bitte Ihrem Bescheid. Restmüll-Gebühren werden für gewerbliche Objekte identisch berechnet.

Privatwirtschaftliche Preise

Was kostet gemischter Gewerbeabfall am freien Markt?

1.100-l-Tonne, 14-täglich

Standard-Listenpreis: 65 – 85 € pro Leerung, entspricht 1.700 – 2.200 € pro Jahr.
Volumenpreis (RSS-Rahmen): 45 – 60 € pro Leerung, 1.170 – 1.560 € pro Jahr.

1.100-l-Tonne, wöchentlich

Standard-Listenpreis: 55 – 70 € pro Leerung, entspricht 2.860 – 3.640 € pro Jahr.
Volumenpreis (RSS-Rahmen): 38 – 50 € pro Leerung, 1.976 – 2.600 € pro Jahr.

5 m³ Presscontainer, Selbstabholung

Standard-Listenpreis: 320 – 480 € pro Leerung.
Volumenpreis (RSS-Rahmen): 220 – 340 € pro Leerung – bei häufiger Nutzung sind Presscontainer der Hebel Nr. 1.

Speisereste 240 l, 14-täglich

Standard: 22 – 30 € pro Leerung, ~ 570 – 780 € pro Jahr.
Volumenpreis (RSS-Rahmen): 15 – 22 € pro Leerung, ~ 390 – 570 € pro Jahr. Verwertungserlös reduziert den Netto-Preis.

Rechenbeispiel Handelsobjekt

SB-Markt 800 m² in Seevetal.

StandortSeevetal (LK Harburg)
Restmüll2 × 1.100 l, wöchentlich
PPKPresscontainer 5 m³, alle 3 Wo.
AltglasContainer privat, monatlich
Kommunal + Standardanbieter ~ 14.980 € Restmüll 8.918 € + PPK 6.000 € (Standard) + Glas 62 €
RSS-Angebot ~ 11.720 € Festpreis aus Rahmenkonditionen
Ihre Ersparnis ~ 3.260 € pro Jahr  ·  ~ 9.780 € auf 3 Jahre

Der größte Hebel liegt in diesem Fall beim PPK-Presscontainer, nicht beim Restmüll. Wir prüfen bei jedem Objekt, ob Miete oder Kauf des Containers wirtschaftlicher ist – bei hoher Frequenz amortisiert sich der Kauf in 18 – 30 Monaten.

FAQ

Was Sie zu Gewerbeabfall-Preisen wissen sollten.

Warum ist Hamburg günstiger als der LK Harburg?

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) hat höhere Sammelmengen pro Tour und kürzere Anfahrten – das drückt die Stückkosten. Der LK Harburg finanziert dagegen weite Flächen mit vergleichsweise geringer Sammeldichte, das schlägt in der Satzung durch.

Kann ich als Gewerbebetrieb die kommunale Restmülltonne komplett abschaffen?

Nein. § 17 KrWG und die jeweiligen Abfallsatzungen verpflichten Sie zur kommunalen Restmüll-Mindestversorgung. Sie können aber Behältergröße und Rhythmus optimieren – das reduziert die Gebühr oft um 30 – 60 %.

Was ist mit gefährlichen Abfällen?

Gefährliche Abfälle unterliegen der Nachweispflicht (Entsorgungsnachweisverordnung, NachwV) und dürfen nur durch zugelassene Entsorger bewegt werden. Preise sind stark stoffabhängig – ein pauschaler Vergleich ist nicht seriös. Wir prüfen im Einzelfall.

Wie oft ändern sich die Preise?

Kommunale Gebühren werden meist jährlich beschlossen (Satzungsänderung, öffentlich einsehbar). Private Verträge haben typische Laufzeiten von 24 – 60 Monaten mit Preisanpassungsklauseln (Index-basiert oder Verhandlungsklausel). Wir dokumentieren beides für jede Ihrer Positionen.

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